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Wort des Gedenkens der jüdischen Gemeinschaft zum Jahrestag des Terroranschlags in Magdeburg

An diesem Tag gedenken wir in tiefer Trauer und stillem Erinnern der Opfer des Terroranschlags in Magdeburg. Dieser Jahrestag ist mehr als ein Datum – er ist eine schmerzliche Mahnung an die zerstörerischen Folgen von Hass, Extremismus und der Missachtung menschlichen Lebens.

Im Namen der jüdischen Gemeinschaft und des Landesverbandes Jüdischer Gemeinden Sachsen-Anhalt bekunden wir unsere aufrichtige Solidarität mit den Betroffenen, mit den Angehörigen der Ermordeten und mit allen Menschen, deren Leben durch dieses Verbrechen für immer verändert wurde. Wir erinnern. Wir trauern. Und wir lassen nicht zu, dass dieses Gedenken verblasst.

Der Terroranschlag in Magdeburg richtete sich nicht nur gegen einzelne Menschen, sondern gegen die Grundwerte unserer demokratischen und humanen Gesellschaft. Er war ein Angriff auf das friedliche Zusammenleben, auf die Würde des Menschen sowie auf Freiheit und Sicherheit – Rechte, die allen zustehen müssen.

Als jüdische Gemeinschaft wissen wir aus unserer eigenen schmerzhaften Erfahrung, wohin Hass und Hetze führen können. Die Jüdische Gemeinde Halle und wir alle werden den Terroranschlag des Jahres 2019 niemals vergessen. Wir wissen, wie gefährlich Schweigen ist und wie verheerend Gleichgültigkeit gegenüber Extremismus sein kann. Erinnerung ist keine Option – sie ist eine Verantwortung.

Heute sagen wir klar und unmissverständlich: Wir stehen für das Leben, für Menschlichkeit und für gegenseitigen Respekt. Wir stellen uns entschieden gegen jede Form von Gewalt, Antisemitismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit. Das Gedenken an die Opfer verpflichtet uns, wachsam zu bleiben und gemeinsam für eine Gesellschaft einzutreten, in der solche Taten keinen Platz haben.

Möge das Andenken der Verstorbenen ein gesegnetes sein.
Möge es uns mahnen, Verantwortung zu übernehmen, solidarisch zu handeln und die Würde jedes Menschen – jeden Tag – zu schützen.